Anfang Februar bekam ich eine Nachricht aus Großbritannien. LBC war auf der Suche nach einem Studio für einen Live Broadcast in den Dolomiten. Wir haben nicht lange geschrieben. Ein Testcall, eine stabile Verbindung nach UK, klare Abstimmung
und wenige Tage später stand fest: Die Sendung kommt aus dem Le Sonn Studio. Zwei Stunden live.
Am Samstagmorgen kam Matt Frei ins Studio. Freundlich, offen und vom ersten Moment an professionell. Zur besseren Einordnung: Matt ist einer der bekanntesten britischen Journalisten und Moderatoren, viele Jahre Auslandskorrespondent, international unterwegs, regelmäßig mitten im politischen und wirtschaftlichen Weltgeschehen. Seine Sendung auf LBC erreicht ein großes Publikum im Vereinigten Königreich.
Nach wenigen Minuten war klar: Das wird ein intensiver, konzentrierter und toller Tag. Wir haben uns abgestimmt, einen kurzen Line-Check gemacht und dann ging es los.
Zwei Stunden Live ohne Hektik
Zwei Stunden Livesendung zum aktuellen Tagesgeschehen – Politik, Wirtschaft, Sport. Themen mit Dynamik, mit Reibung, mit Verantwortung. Dazu kamen verschiedene Interviewpartner aus unterschiedlichen Ländern, live zugeschaltet, alles in Echtzeit.
Es war beeindruckend und zugleich einfach schön mitzuerleben, mit welcher Leidenschaft, Freude und Professionalität Matt durch die Show geführt hat.
Da sitzt jemand in den Dolomiten im Tonstudio gegenüber der Weltcup-Skipiste Erta, spricht mit Großbritannien über internationale Politik und verbindet Gesprächspartner aus aller Welt. Ein besonderer Kontrast und dennoch wirkte es vollkommen selbstverständlich. Während der Sendung erwähnte Matt on air ganz beiläufig, wo wir gerade sind. Kein inszenierter Moment, sondern eine ehrliche Beobachtung aus dem Raum heraus.
Die Atmosphäre war kein Beiwerk, sondern Teil der Sendung. Nicht hörbar im klassischen Sinn, aber spürbar im Ablauf. Genau darauf ist das Le Sonn Studio ausgelegt: nicht als technischer Spielplatz, sondern als Arbeitsumgebung, in der Performances professionell eingefangen werden und der Mensch im Mittelpunkt steht.
Vorbereitung statt Show
Bei Live-Produktionen wird oft zuerst an Technik gedacht. Natürlich muss sie funktionieren. Aber entscheidend ist, ob man sich im Raum sicher fühlt und ob Abläufe klar sind. Der Testcall lief sauber, die Rollen waren definiert, am Sendetag selbst wurde nichts mehr verändert.
Ich arbeite im Kern kreativ: an Musik, an Performances, an Momenten. Gerade deshalb ist mir wichtig, dass Technik selbstverständlich funktioniert. Nicht spektakulär, sondern verlässlich. Wenn sie nicht auffällt, macht sie ihren Job.
Auch inspirierend war zu erleben, wie in solchen Institutionen gearbeitet wird: positiv, zielgerichtet, respektvoll. Klare Kommunikation, klare Zuständigkeiten, kein unnötiges Drama. Das prägt den gesamten Ablauf.
Für wen dieser Ort gedacht ist
Das Le Sonn Studio ist ein Arbeitsraum. Für Künstlerinnen und Künstler, die konzentriert arbeiten wollen. Für Produktionen, bei denen Abläufe sitzen müssen. Für Formate, bei denen Vertrauen wichtiger ist als Inszenierung. Und ja, auch für internationale Broadcast-Formate, bei denen Stabilität selbstverständlich sein muss.

Fazit
Diese Sendung war kein Spektakel hinter den Kulissen. Und gerade deshalb war sie stark. Zwei Stunden Live-Radio, ruhig und klar umgesetzt. Das Zusammenspiel aus Vorbereitung, Raum und Menschen hat getragen – und für mich war es ein inspirierender Tag.