Ozzy Osbourne Tribute im Le Sonn Studio: Ein Tag, an dem alles zusammenkam

Ein ruhiger Start und ein klarer Fokus

Als Joschi Joachimsthaler am Sonntagabend gemeinsam mit seiner Frau Leyre von Optica Obscura im Gadertal ankommt, passiert erstmal genau das, was hier oben fast jedem passiert: Man schaut. Am nächsten Tag entsteht hier eine Ozzy Osbourne Tribute Session. Und man nimmt auf. Die Dolomiten sind nicht einfach nur Kulisse, sie ziehen dich sofort rein. Bevor irgendetwas mit Musik passiert, ist da erstmal diese Ruhe und die Schönheit der Landschaft.

Untergebracht im einzigartigen Les Gomines in St. Vigil in Enneberg, klingt der Tag entspannt aus. Kein Druck, kein großes Programm. Einfach ankommen.

Am nächsten Morgen geht es ins Le Sonn Studio. Ein gemütlicher Kaffee, eine kurze Lagebesprechung, und dann beginnt das, worauf es ankommt: zuhören.

Während Leyre ihre Kameras einrichtet, wächst im Raum langsam der Sound zusammen. Joschi spielt ein Stereo-Setup, links und rechts aus einem Cabinet, und genau so wird die Gitarre auch aufgenommen: zwei SM57 über den BAE, dazu zwei KSM32 über die CAPI-Preamps. Es dauert nicht lange, bis klar wird, dass die beiden Songs unterschiedliche Schwerpunkte brauchen. Kleine Verschiebungen im Blend, und plötzlich öffnet sich der Ton genau in die richtige Richtung.

Beim Gesang fällt die Wahl auf ein RE20, gefahren über einen alten Siemens V276 und leicht in die Sättigung gebracht, danach ein Stück Kontrolle über den API 525. Kein großes Nachdenken mehr, eher ein Gefühl von „ja, genau so passt es“.

Und irgendwann passiert dieser leise Übergang, den man schwer greifen kann. Man hört auf, nach dem richtigen Sound zu suchen, weil er einfach da ist, und beginnt zu spielen.

Vom Setup zur Musik

Nach dem Soundcheck geht es kurz raus ins Dorf, Pasta, frische Luft, ein bisschen Abstand. Danach ist der Kopf frei.

Zurück im Studio braucht es keinen Anlauf mehr. Matthias Bäuerlein und Joschi kennen sich seit vielen Jahren, haben unzählige Situationen zusammen erlebt. Da wird nicht lange erklärt.

Und auch wenn Fabio Trentini und Joschi sich an diesem Tag zum ersten Mal musikalisch begegnen, dauert es nur wenige Minuten, bis es sich eingespielt anfühlt.

Das liegt weniger an Routine als daran, dass alle drei die Ohren offen haben. Es wird nicht nur gespielt, es wird reagiert, gefühlt und gehört.

Wenn ein Song plötzlich trägt

„Children of the Grave“ von Black Sabbath ist der erste Song. Die ersten Minuten wirken noch wie ein kurzes Abtasten, aber das hält nicht lange. Schon im zweiten Take zieht es spürbar an, im dritten ist die Spannung da, die man sich erhofft.

Es ist dieser Moment, in dem sich nichts mehr konstruiert anfühlt. Der Groove steht, die Gitarre schneidet durch, alles greift ineinander. Danach muss man nicht mehr viel sagen.

Nach einer kurzen Pause geht es weiter mit „Believer“. Der Song funktioniert zunächst, aber noch ohne diese letzte Tiefe. Bis eine Entscheidung fällt, die alles verändert: das Tempo darf sich bewegen.

Ab diesem Punkt wird der Song lebendig. Die Parts entwickeln eine eigene Dynamik, Übergänge bekommen Gewicht, ohne dass sie größer gemacht werden müssen. Es ist, als würde der Song auf einmal atmen.

Das sind keine spektakulären Momente von außen betrachtet. Im Raum fühlt es sich genau danach an.

Ein Tag, der einfach funktioniert

Es bleibt bei drei, vielleicht vier Takes pro Song. Nach ein, zwei Takes geht es einmal kurz in die Regie, reinhören, einordnen, und dann wieder zurück. Das meiste passiert ohnehin im Spielen selbst. Kein Zerdenken, kein endloses Korrigieren.

Gegen 18 Uhr ist alles aufgenommen. Zwei Songs, ein kompletter Tag, und das Gefühl, dass genau die richtigen Entscheidungen gefallen sind.

Der Dienstag war eigentlich noch eingeplant. Stattdessen bleibt Zeit, nochmal rauszugehen, die Landschaft zu erleben und den Kopf frei zu bekommen. Am Ende sitzt man nur noch zusammen, hört die Takes durch, wählt aus. Mehr braucht es nicht.

Zwischen Nähe und Abstand

Was die Session zusätzlich trägt, ist die räumliche Situation. Die Musiker stehen nicht alle im selben Raum, sehen sich aber die ganze Zeit durch große Türen und Fenster.

Joschi auf der einen Seite, Bass und Drums auf der anderen.

Diese Mischung aus Nähe und Abstand verändert das Spiel. Man hört sich nicht nur, man beobachtet sich. Kleine Bewegungen, Blicke, Reaktionen. Das alles fließt in die Musik ein, ohne dass es ausgesprochen werden muss.

Warum diese Musik

Für Joschi ist Ozzy Osbourne kein Projekt, sondern ein Teil seiner eigenen Geschichte. Diese Songs sind über Jahre gewachsen, nicht über einen Nachmittag gelernt.

Und genau das merkt man.

Da ist dieses Spiel mit dunklen Stimmungen, diese Emotionalität, dieser spezielle Groove, der sich nicht festnageln lässt.

Das wirkt nicht wie ein Konzept. Eher wie etwas, das einfach da ist, sobald man anfängt zu spielen.

Was bleibt

Wenn man sich die fertigen Videos anschaut, sieht man keine inszenierte Perfektion.

Man sieht drei Musiker, die sich aufeinander einlassen und im richtigen Moment Entscheidungen treffen.

Und genau darin liegt die Stärke.

Pulse Mechanics

Pulse Mechanics arbeitet genau an diesem Punkt. Dort, wo Musik entsteht, weil jemand sie wirklich spielt und formt.

Drums und Bass als Grundlage, aber nicht als Hintergrund.

Eher als etwas, das den Song trägt und in Bewegung hält.

Ob im Studio oder remote, am Ende geht es immer darum, dass sich eine Aufnahme nicht nur richtig anhört, sondern sich auch so anfühlt.

Und jetzt?

Die Session ist aufgenommen, der Mix entsteht im Le Sonn Studio, das Master übernimmt Fabio Trentini, Bild und Schnitt kommen von Joschi und Optica Obscura.

Was bleibt, ist ein Tag, an dem vieles einfach ineinandergegriffen hat.

Und genau solche Tage sind es, wegen denen man das überhaupt macht.

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